Über ILoNa

Forschungsprojekt ILoNa - Innovative Logistik für Nachhaltige Lebensstile

Laufzeit: Mai 2015 - April 2018

Eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Förderprogramm FONA –  Forschung für nachhaltige Entwicklung zum thema „Nachhaltiges Wirtschaften“ im Rahmen der Sozial-ökologischen Forschung


Logistik ⇔ Lebensstile

Wie sollten innovative Logistikdienstleistungen gestaltet sein, die sowohl sozio-ökologischen Anforderungen gerecht werden als auch nachhaltige Lebensstile von Konsumenten fördern und ermöglichen?

Wie können andererseits Veränderungen auf der Konsumentenseite aussehen, um nachhaltige Logistikstrukturen zu unterstützen?

ILoNa untersucht die Wechselwirkung von Logistik und Lebensstilen. Zunächst mit dem Blickwinkel: Logistik als treibende Kraft für Lebensstile. Anschließend wird das Blatt gewendet: Inwiefern sind Lebensstile Treiber für Entwicklungen in der Logistik? Dabei integriert das Projekt ILoNa sozio-ökonomische und ökologische Aspekte, indem es etwa den stationären Handel, Internethandel und auch neue Formen der Sharing Economy in den Blick nimmt. Analysiert werden ganzheitliche Supply Chains, um als Resultat „nachhaltige“ Handlungsoptionen bereitstellen zu können. Darunter fallen alle Verknüpfungen und Konfigurationsmöglichkeiten von Beginn eines Produktionsprozesses bis zur Übergabe des Produkts an den Konsumenten.


Wirtschaft ⇔ Wissenschaft

Mit dem Aufbau einer Innovationsplattform als Netzwerk zwischen Wissenschaft und Praxis, gewährleistet ILoNa die frühzeitige Einbindung von Wirtschaft und Gesellschaft in die Projektbearbeitung mit dem Ziel, noch während der Projektlaufzeit Feedback zu Projektergebnissen zu erhalten.

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ILoNa bezieht Unternehmen in ihrem Transformationspotential ein und entwickelt für die Logistikbranche Perspektiven zu einem übergreifenden Konzept für Logistikdienstleistungen. Auch zielt es darauf ab, Transformationspotentiale auf Unternehmens- beziehungsweise Supply-Chain-Ebene in verschiedenen Entwicklungsszenarien sozioökonomischer Rahmenbedingungen gespiegelt und für Politikempfehlungen aufzubereiten. Dies gelingt nur, wenn Ergebnisse über die Beteiligung von Forschungs- und Praxispartnern wissenschaftlich wie wirtschaftlich anschlussfähig sind und insbesondere die Forschungsergebnisse praktisch umsetzbar sind. Gemeinsam mit Praxispartnern aus Wirtschaft und Gesellschaft möchten wir die Logistikdienstleistungen als wirtschaftliche Verwertungen entwickeln, erproben und ‚Best-Case‘-Beispiele zusammentragen.

Für die teilnehmenden Unternehmen ergibt sich die Möglichkeit, sich angesichts der zunehmenden Anforderungen im Nachhaltigkeitsbereich innovativ mit neuen Marktlösungen auseinanderzusetzen und neue Ansätze der Interaktion mit den Kunden zu erproben. Damit erhalten sie die Möglichkeit, sich an die Spitze notwendiger Innovationsbewegungen zu setzen und Alternativen des nachhaltigen Wirtschaftens im vorwettbewerblichen Rahmen von ILoNa konkret zu demonstrieren. ILoNa forscht insbesondere in Hinblick auf zwei Branchen:

  • Schwerpunkt E-Commerce Supply Chains in Fashion (Projektpartner FIEGE)
  • Schwerpunkt Lebensmittelhandel und -distribution (Projektpartner SCHACHINGER)

Nachhaltige Logistik

Echte systemische Wirkungen erkennen:

Ziel ist es, anhand der Projektergebnisse ein generelles Bewusstsein für die Verschneidung von den Themenbereichen Sustainable Logistics und Sustainable Consumption and Production beziehungsweise Sustainable Lifestyles zu erzeugen. 

Nachhaltigkeit messbar machen mit  ILoNa:

  • Erarbeitung eines Kriterienkatalogs im gegebenen Themenfeld
  • Erarbeitung von weiteren Bewertungsgrundlagen zur Evaluation von „Benefits“, „Early Adopters“, „Vorreitern“, „Game Changers“
  • Konzeptionelle Verfeinerung der Ecological Accounting Methoden für die Logistik
  • Entwicklung sozialer (weicher) Accountings für die Logistik und ihre numerische Integration in einen systemischen Gesamtansatz
  • Nachweis von Zertifizierungspotentialen auf SCM-Ebene
  • Aussagen zur Eignung der vorgeschlagenen Innovationen für eine nachhaltige Logistikwirtschaft auf spezifizierter Serviceebene.

Entwicklung von Szenarien

Die bereits entwickelten und analysierten Innovationen zur nachhaltigkeitsorientierte Messung und Bewertungen werden im Sustainability Accounting festgehalten. Der Anspruch ist, im Rahmen des Projektes ILoNa beschriebene sozioökonomische Zusammenhänge, angefangen beim Status quo über angedachten Innovationen und konkrete Pilotprojekte bis hin zu möglichen Entwicklungsszenarien „messbar“, im Sinne von Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Akteure, zu gestalten. Dazu wird ein Sustainability Accounting exemplarisch an den angestrebten Logistikinnovationen und ihren Auswirkungen weiterentwickelt als auch auf die Bewertungsgegenstände spezifisch angepasst. Um die Zielerreichungsgrade der im Kriterienkatalog festgelegten Kriterien zu messen und zu bewerten, ist die Anwendung vielschichtiger, inter- und transdisziplinärer Bewertungsmethoden notwendig. Teilweise müssen bekannte Methoden modifiziert und weiterentwickelt werden.

Soziale Ungleichheiten und Ressourcenknappheit sind entscheidende übergeordnete Transformationsfaktoren in der Logistik. Mit ILoNa werden veränderte Business-Logiken und deren Geschäfts-, Service- beziehungsweise Betriebsmodelle in Bezug zu sich wandelnden Rahmenbedingungen verschiedener Entwicklungsszenarien gesetzt. Hierzu implementiert ILoNa erstmalig soziale Aspekte in ein Nachhaltigkeits-Assessment. Dies ist bedeutsam, da durch sich verändernde gesetzliche Regularien, Preissysteme, Nachfragen, Marktverschiebungen et cetera, aber auch durch soziale gesellschaftliche Veränderungen sich eine Innovationsstrategie deutlich verändern kann. In Hinblick auf eine postfossile Gesellschaft wird deutlich, dass in der Logistik ein gewichtiger Teil der ökonomischen und gesellschaftlichen Transformation abgefangen beziehungsweise umgesetzt werden muss.

Aufbauend auf durchgeführten Wirtschaftlichkeitsanalysen erfolgt also eine mehrdimensionale systemische Bewertung vor allem auch basierend auf den in Theorie und Praxis entwickelten und getesteten Betreibermodellen und Portfolioerweiterungen. Dabei werden Wirkungen, wo immer möglich (Gesamtkosten, Emissionen, Energiebudgets, Ressourcen-Footprints) quantifiziert. Eindimensional ökonomisch bewerteten Szenarien werden einer weiteren mehrdimensionalen, nachhaltigkeitsorientierten Bewertung unterzogen. Die konzeptionelle Verfeinerung der Ecological Accounting-Methoden für die Logistik sowie die Konkretisierung des Total Impact Measurements and Managements, werden mithilfe folgende Analyse-Modelle ausgearbeitet:

  • Social Life Cycle Assessment
  • Modell starker Nachhaltigkeit/Ecological Economics
  • Nachhaltigkeits- und integrierte Impact Assessments
  • Multikriterien-Analysen
  • Causal Loop Diagrams
  • System Dynamics